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Der Teamchef Dr. med. Hellmut Münch

… Mai 1997 … mein rechtes Handgelenk kreiselt 2x, der Pressluftanlasser wird angesetzt und ein 670 PS Hexenkessel im Formel1 AGS des ehemaligen GP Fahrer Larini beginnt zu kochen...

Dieser Moment hat mein Leben nachhaltig verändert, ich wurde Motorsportler.

Doch zurück zum Anfang. 1997, ich war noch Medizinstudent, lud mich mein bester Freund Andreas Nowara zu einer außergewöhnlichen Aktion nach Südfrankreich ein. Ich dachte erst, es hätte etwas mit meiner Hauptsportart Ju-Jutsu zu tun, die Andreas und ich viel in Mainz trainierten, nein, plötzlich standen wir auf dem Cicuit le luc und wurden in F3 Autos einem Training unterzogen.

Für mich unheimlich aufregend, 220 PS, 400 kg, da geht was. Bremspunkte, Einlenkpunkte, Scheitelpunkte, Ideallinie, das sollte eigentlich jeder gute Autofahrer beherrschen, aber hier war es so richtig professionell.

Und dann der Nachmittag, ich durfte einen originalen AGS Formel 1 fahren, 0.7kg/PS,  der absolute Kick. Meine persönliche Wortwahl an Superlativen reicht nicht aus, um diese 15 Runden zu beschreiben. Von 0 auf 200 km/h in 5.3 Sekunden, unbeschreiblich, aber vielmehr beeindruckten mich die Leistungen der Karbonbremsen. Du kommst die Gerade in Le Luc mit 260 km/h angeflogen (Profis schaffen hier fast 300 !), gehst 50 m vor der Kurve voll in die Eisen und wirst in 50 Metern auf 60 km/h verzögert, das Gefühl im Nacken, der kleine Mensch in der Gewalt der Fliehkräfte, das ist so unglaublich, dass man es nicht beschreiben kann.

Ein Gefühl wie Sex mit der Traumfrau im Hurrikan oder wie wenn man einen T-Rex an der Leine Gassi führt, auf jeden Fall war es um mich geschehen, ich war ab dem Moment begeisterter Motorsportler.

Natürlich war jetzt auch für mich das Problem, dass für einen Normalbürger oder gar Studenten richtiger Motorsport nicht zu finanzieren ist, so musste ich mich also weitgehend als Fernsehzuschauer und Gelegenheitskartfahrer mit Motorsport beschäftigen.

Dann hörte ich von einem „kleinen Preis von Deutschland“, wo eine Meisterschaft von Ärzten und Apothekern ausgetragen wurde. Ich meldete mich zum ersten Mal 2002 bei der bayerischen Ausscheidung an, setzte mich in das 11 PS Outdoor Kart und gewann gegen 180 Konkurrenten (wobei ca. 70 Frauen dabei waren, die meist froh sind, das Kart überhaupt auf der Strecke zu halten, daher waren es eher nur 100 echte Konkurrenten ).

Ja, da war es wieder, dieses prickelnde Motorsportfeeling...
Jetzt ging es Schlag auf Schlag, ich lernte Norbert Brückner kennen, Ausbilder des DTM Stars Bernd Schneider, 5 facher Europameister und Inhaber der Fa. X-Kart, wir freundeten uns an, er zeigte mir, wie man ein Kart bewegt.

In den Jahren 2002 bis 2007 konnte ich alle bayerischen Ausscheidungen gewinnen und im Deutschen Finale bis auf den 6. Platz vorfahren.

Auch weitere Städterennen waren zum Gewinnen da, jetzt bin ich hier zumeist als Rennarzt und Safety-Kart Fahrer zuständig.

Kartfahren ist für mich eine Möglichkeit, völlig vom Alltagsstress abzuschalten, die Akkus aufzuladen und das teilweise extreme Leid meiner Patienten, was mich mein ganzes Leben in Atem hält, kurzfristig wegzuklicken.
Kartfahren ist für mich „Mann sein“, Testosteron spüren, Konzentration auf die 1/10 Sekunde, völliges Abschalten.

So kam es Schlag auf Schlag, natürlich musste ein Rennkart her (CRG, 32 PS, 170 km/h, ein Tornado auf Rädern) und mit meinen engsten Freunden gründeten wir unser kleines feines Hobbyteam, das

Dr-Münch-Racing-Team.

Wir haben viel Spaß in unserem kleinen Team, wir fahren ca. 4 Wochenenden/Jahr auf einige Amateurwettbewerbe und sind für unser kleines Budget gar nicht so schlecht. (siehe Erfolge)

Für mich geht mit meinem kleinen Team ein Traum in Erfüllung, wir erleben das gemeinsame Gefühl, anspruchsvollen Motorsport zu betreiben, ich kann mich als Trainer und Fahrer mit einbringen und irgendwann die Teamleitung an Jüngere wie Jan, Max oder vielleicht sogar Marcel abgeben.

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